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Beherztes Handeln – Schülerinnen üben Wiederbelebung

2013_09_21_ersthelfer1100 Schülerinnen der Realschule St. Hildegard haben am Dienstag, den 17.9. 2013 an einem großen Wiederbelebungstraining teilgenommen. Angeleitet von Studenten und Ärzten der Universitätsklinik Ulm übten sie an Reanimationspuppen die Herzdruckmassage.

 

Die Aktion unter Leitung des Notfallmediziners Prof. Claus-Martin Muth war Teil der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ unter Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums. Ziel war es, für lebensrettende Maßnahmen zu werben. Organisiert wurde die Veranstaltung an der Realschule St. Hildegard von den Lehrerinnen Melanie Nothdurft und Silke Veit, die auch die Gruppe der Schulsanitäterinnen leitet. Erste-Hilfe-Ausbildung ist seit jeher ein Anliegen des Schulzentrums St. Hildegard.

Dr. Thomas Hanstein, der neue Rektor der Realschule, begrüßte die Mediziner und die 14- bis 17-Jährigenin der Turnhalle. Er meinte, die Kirchenlehrerin Hildegard hätte sicher ihre wahre Freude daran, dass ausgerechnet an ihrem Gedenktag ein so ganzheitliches Projekt durchgeführt werde, das Kopf, Herz und Hand fordere: „Genau passend für unsere neugierigen und mutigen Schülerinnen!“

In seinem Eröffnungsvortrag wies Prof. Claus-Martin Muth darauf hin, dass gerade in Deutschland viele vor der Hilfeleistung zurückschreckten. In Ulm werde gerade einmal in 5 % der Fälle Erste-Hilfe geleistet. „Dabei sind gerade die ersten Minuten bis zum Eintreffen des Notarztes die entscheidenden.“, so Claus-Martin Muth. Jeder, auch junge Menschen, können zum Lebensretter werden.

Dabei gelte der Dreisatz "Prüfen, rufen, drücken": Zeigt der Verletzte keine Atmung und Reaktionen, sollte nach dieser Überprüfung der Notruf 112 angerufen werden. Anschließend sollte man direkt mit der Herzdruckmassage beginnen. Diese übten die Schülerinnen der Realschule in Kleingruppen zusammen mit den Mitarbeitern des Universitätsklinikums. Sehr interessiert waren die Schülerinnen auch am Arbeitsalltag der Notfallmediziner. Zum Abschluss der Veranstaltung durfte jede Schülerin eine aufblasbare Wiederbelebungspuppe, eine sogenannte „Mini-Anne“, mitnehmen. Diese wurden von der Ulmer Stiftung BINZ gesponsert, die sich für die Notfallmedizin einsetzen. „Ich werde gleich zu Hause mit meinen Eltern und Freundinnen weiterüben“, sagte eine Neuntklässlerin. Die Begeisterung konnte man den Schülerinnen ansehen. „Das hat Spaß gemacht: Das Thema ist sehr interessant“, meinte eine Achtklässlerin voller neuer Eindrücke. Für eine Zehntklässlerin ist eins klar: „Wenn ich jemandem in Not begegne, werde ich beherzt handeln.“

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Erlebnisbericht der Schülerin Laura Kempfle (10a)

Jemand kippt vor Ihnen um? Er ist nicht ansprechbar? Keine normale Atmung? Was tun?

Diesen Fragen stellten wir uns am Dienstag, dem 17.09.2013. Hundert Schülerinnen der Realschule St. Hildegard aus den Klassenstufen acht, neun und zehn nahmen an dem Projekt „Reanimation in der Realschule“, das im Rahmen der Woche der Wiederbelebung stattfand, teil und bekamen Antworten auf diese Fragen.
Im Vordergrund stand die oftmals lebensrettende Maßnahme der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Oft ist die Hemmschwelle, die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen, sehr hoch. Wir erhielten an diesem Nachmittag die Chance, diese Erste-Hilfe-Maßnahme zu erlernen und unsere Hemmungen zu überwinden.

Nach der Begrüßung durch unseren Schulleiter Herrn Dr. Hanstein, erklärte Herr Prof. Muth von der Klinik für Anästhesiologie Ulm uns Schülerinnen, was wir in einer Situation tun können, wenn ein Mensch einen Herzstillstand oder einen Herzinfarkt erleidet.

„Prüfen, Rufen, Drücken“

Das waren die drei wichtigsten Wörter des Nachmittages.
Erst muss man die Person ansprechen, ob sie bei Bewusstsein ist. Wenn keine Reaktion erfolgt, muss die Atmung überprüft werden. Ist diese normal und konstant, bringt man die Person in die stabile Seitenlage. Wenn die Atmung aber unregelmäßig ist, muss man den Notruf 112 wählen. Erst danach beginnt man mit der Reanimation.

Nachdem Herr Prof. Muth uns dies alles erklärt hatte, teilte man uns in kleine Gruppen ein. Nun konnten wir das Gelernte an den Reanimationspuppen üben. Je zwei Medizinstudenten kamen zu jeder Gruppe und zeigten uns noch einmal, wie die stabile Seitenlage, die Reanimation, die Reanimation zu zweit und die Mund-zu-Mund- oder die Mund-zu-Nase-Beatmung angewendet werden. Danach mussten wir Schülerinnen ran! Mit viel Spaß lernten wir, wie wir ein Menschenleben retten können. Wir konnten jederzeit Fragen stellen und bekamen diese auch gut verständlich beantwortet.
Zum Schluss hat jede Schülerin eine „Mini Anne“ mit nach Hause bekommen. Das ist eine kleine aufblasbare Puppe, an der man die Reanimation noch einmal üben kann. Die Puppen wurden von der Stiftung BINZ finanziert.
Ziel des Projektes „Die Woche der Wiederbelebung“ ist es, mehr Ersthelfer in Deutschland auszubilden, die Hemmschwelle der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu senken und Menschen in Notsituationen schnell helfen zu können, damit möglichst wenig bleibende Schäden entstehen.

Wir Schülerinnen finden, dass das Projekt uns geholfen hat, wir wissen jetzt, wie wir ein Leben retten können.

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19.10.2013; 15:13:30 Uhr - Dieser Artikel wurde bereits 5575 mal angesehen.