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Compassion Januar/Februar 2012

Verantwortet und organisiert von der Fachschaft evangelische und katholische Religion in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Klassenlehrern und –lehrerinnen.


„Das Projekt begann mit dem Vorbereitungstag, bei dem wir mit der ganzen Klasse, Frau Krause und Frau Ruder-Engels gemeinsam über unsere Erwartungen, aber auch über unsere Befürchtungen und Ängste sprechen konnten und Vertrauensspiele machten. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa.
Ich war im Tafelladen ddes DRK eingesetzt. Wenn wir den Tafelladen verließen, sahen wir immer eine Schlange Menschen davor stehen, die in der Kälte warten mussten, bis dieser öffnete. Dieses Erlebnis bedrückte mich immer wieder, da es für uns selbstverständlich ist, zu jeder Zeit im Supermarkt einkaufen zu können. Als wir am letzten Tag Brote und Brezeln vor den Tafelladen stellten, die nicht mehr gut waren, sahen wir Menschen, die sich ihr Essen aus den Resten des Tafelladens holten. Ich finde es sehr traurig, dass manche Menschen nicht genug Geld haben, sich Lebensmittel zu kaufen und das essen müssen, was wir wegschmeißen“.
Isabel war im Tafelladen des DRK Ulm

"Während meiner Woche im Schülerladen habe ich eine andere Welt kennen gelernt. Ich war es von zu Hause gewohnt und hielt es für selbstverständlich, dass meine Eltern immer Zeit für mich haben und mich auch schulisch unterstützen. Hier wurden mir die Augen geöffnet, dass es vielen Kindern nicht so gut geht. Sie werden zu Hause kaum beachtet, kennen keine Regeln, wodurch sich ihre Zukunftschancen verringern, obwohl sie schlau sind und vielleicht viel erreichen könnten. Man uss zu den Kindern eine Verbindung herstellen, immer Vorbild für die sein und sie mit all’ ihren Fehlern respektieren, was oft leichter scheint, als es ist."
Franziska war im Schülerladen Ulm

"Was ich auch sehr schön fand war, als mir eine alte Dame ihre Lebensgeschichte erzählt hat und wir dabei ihr Fotoalbum angeschaut haben."
Elena war im St.Anna Stift der katholischen Kirchengemeinde St. Georg Ulm

Am ersten Tag war es teilweise schwierig, die Kinder zu verstehen, da sie manche Wörter anders aussprachen oder kaum oder gar nicht deutsch sprachen. Ich stellte fest, dass man sich auch verständigen kann, ohne die Sprache des anderen zu beherrschen.
Belinda Stäb war im Arbeitskreis ausländische Kinder e.V. Ulm

"Um etwa 10 Uhr haben die Pfleger eine Frühstückspause, in der sie essen und sich austauschen können. Das fand ich immer sehr schön, denn auf meiner Station herrschte ein tolles Betriebsklima."
Kirsten war im St.Anna Stift

"Berührungsängste sind fehl am Platz, aber man muss darauf achten, den Menschen, auch wenn sie für so viele Handgriffe Hilfe brauchen, Raum zu lassen. Ich habe mich oft gefragt, ob man mit schwerer Körperbehinderung so etwas wie Privatsphäre hat."
Isabelle war im Club Körperbehinderte der Caritas Ulm

"Bald wurde mir klar, wie wichtig es für diese Menschen ist, einen Beruf auszuüben und den relativ gleichen Alltag, wie ein Mensch ohne Behinderung zu haben."
Jana war im Tannenhof in Wiblingen

"Als ich mir meine Compassionstelle ausgesucht habe, dachte ich, dass Kindergärtnerin zu sein ganz einfach ist. Aber ich habe mich getäuscht. Es ist anstrengend, auch nur eine Woche lang täglich fünfeinhalb Stunden mit den Kindern zu verbringen. Es braucht viel Geduld und Ausdauer für diesen Beruf und man muss für diese Arbeit berufen sein."
Karoline war im evangelischen Integrationskindergarten Staufenring

"Ich habe über mich selbst gelernt, dass, wenn ich mich einfach auf etwas einlasse, es ganz toll werden kann. Anfangs hatte ich nämlich etwas Angst und auch Respekt vor der Aufgabe, mich um so viele Kinder gleichzeitig zu kümmern…Ich habe gemerkt, dass es den Kindern völlig egal ist, welche Religion die anderen haben oder aus welchem Land sie kommen. Sie haben keinerlei Vorurteile und wollen einfach nur Freude und Spaß haben."
Jelena war auch im Integrationskindergarten Staufenring

"In der Praktikumswoche habe ich gesehen, wie gut es jede einzelne Schülerin bei uns hat, dass man trotz Schicksalsschlägen die Hoffnung behalten soll."
Julia war in der Vesperkirche der evang. Pauluskirche Ulm

"Bei der Essensausgabe hatte man sehr viel Kontakt mit den Menschen und man konnte ihre funkelnden Augen sehen, als man die warme Mahlzeit überreichte. Gespräche gab es auch beim Tablett-Einsammeln, das musste gemacht werden, da man keine Kantinenatmosphäre wollte. Die Tische waren alle mit einer weißen Tischdecke und mit Kerzen gedeckt. Außerdem stand auf jedem Tisch ein Kärtchen mit der Aufschrift „Ein Lächeln ist oft der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen“, dem Motto der diesjährigen Vesperkirche. Meine Vorurteile gegenüber Obdachlosen relativierten sich."
Nina half ebenfalls in der Vesperkirche

"Ich muss sagen, dass ich niemals gedacht hätte, dass ich von diesen Menschen so viel lernen kann. Die offene, ehrliche Art, die diese Menschen besitzen, gibt es bei uns oftmals nicht mehr oder es wird wenig Wert darauf gelegt. Ich war sehr beeindruckt, wie dort sich die Menschen wegen ihres Charakters mögen und nicht wegen Aussehen, Geld etc..."
Julia absolvierte ihr Praktikum im Tannenhof Wiblingen

"Der Unterricht in der Lindenhofschule ist mit unserem nicht zu vergleichen, ein Lehrer berichtete mir, dass die Schüler zehn Minuten aufmerksam sind, jedoch danach eine Ruhepause benötigen. Auf menschlicher Ebene sind diese Menschen viel besser ausgerichtet als wir, sie haben mich extrem gut und freundlich aufgenommen."
Elisa war in der Lindenhofschule/ heilpädagogisches Zentrum Senden


Dies sind Zitate aus den Praktikumsberichten einiger Schülerinnen und wurden zusammengestellt von Susanne Schöllkopf/ evangelische Religion.