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Evangelischer Kindergarten Staufenring

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Wir, die Schülerinnen der 10. Klasse unserer Schule, haben im Januar und Februar 2011 das Sozialpraktikum „Compassion“ absolviert. Dort haben wir soziale Kompetenz erworben und gelernt, mit neuen, uns unbekannten Situationen umzugehen.

Dieses Praktikum habe ich im evangelischen Kindergarten, Staufenring 40, 89073 Ulm gemacht. Träger ist die Ulmer Pauluskirche. Dort werden Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren betreut. Es werden höchstens 45 Kinder aufgenommen, die in die Sonnen- und die Regenbogengruppe aufgeteilt sind. Meine Erfahrungen sammelte ich in der Regenbogengruppe.

Der Kindergarten will den Kindern Freude am Leben vermitteln, sie zu Selbstständigkeit erziehen, aber auch Gemeinschaftssinn und soziale Kompetenz entwickeln lassen. Außerdem gibt es Spracherziehung und ihre Kreativität wird gefördert. Zudem gibt es eine multikulturelle Erziehung, das heißt, dass zum Beispiel auch Lieder in der Muttersprache der Kinder mit Migrationshintergrund gesungen werden. Auch vorschulische Förderung ist Teil der Erziehung. Bei der Erziehung stehen die Kinder im Mittelpunkt und sie ist an den Fähigkeiten der Kinder orientiert. Im Rahmen von Projekten singen, malen und basten die Erzieherinnen mit den Kindern. Es wird auch experimentiert, zum Beispiel mit Wasser. Auch gibt es einen offenen Garten, einen Koch- und Backtag, ein gesundes Frühstück, Kindergeburtstage, oder eine Vorlesestunde.

Zu meinen Aufgaben während des Praktikums gehörte mit den Kindern zu spielen, zu basteln, zu malen, sie beim Aufräumen oder Anziehen zu unterstützen und ihnen spielerisch Regeln beizubringen. Der Tagesablauf enthielt jeden Tag die gleichen Elemente. Zuerst konnten die Kinder spielen, zum Beispiel in der Bau- oder Puppenecke, am Playmobil-Tisch und Brettspiele. Um halb zwölf ertönt die Harfe. Das ist das Zeichen, dass es Zeit zum Aufräumen ist und zum Beispiel alle Bauklötze sauber in Kisten gepackt werden müssen. Danach schalten die Erzieherinnen Entspannungsmusik an und die Kinder setzen sich an Tische. Sobald alle Kinder still sind, werden sie von den Erzieherinnen in den Stuhlkreis gebracht. Dort wird zuerst ein Morgenlied gesungen, dann im Stuhlkreis gespielt, eine Geschichte erzählt oder neue Spiele vorgestellt. Anschließend wird ein Heimgehlied gesungen. Nun dürfen die Kinder nochmals spielen, jedoch nicht mehr in der Bau- und Puppenecke. Dann holen die Eltern ihre Kinder ab.

Mittwochs können die Eltern ihre Kinder bis 16.30 Uhr betreuen lassen. Es gibt dann auch Mittagessen.

In meiner Praktikumswoche war „Hänsel und Gretel“ im Rahmen eines Märchenprojekts an der Reihe.

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Am Dienstag wurde das Märchen im Stuhlkreis erstmals vorgelesen und mit Kieseln, Brotkrumen, Holzfiguren, und Bauklötzen der Weg von Hänsel und Gretel im Wald nachgebaut, mittwochs wurde das Bilderbuch angeschaut. Die Erzieherinnen bauten mit den Kindern das Lebkuchenhaus der Hexe aus Hänsel und Gretel und dekorierten es mit Süßigkeiten und Pappfigürchen.

Am Donnerstag gab es ein gesundes Frühstück und anschließend wurden Mandalas zu Hänsel und Gretel ausgemalt, freitags malten die Kinder die beiden Hauptfiguren.

Während meines Praktikums kam es immer wieder zu mir unbekannten Situationen, mit denen ich umgehen musste und ich lernte, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn mehrere Kinder gleichzeitig mit mir unterschiedliche Spiele spielen wollten.

Ich habe viele schöne Erfahrungen gemacht und gelernt, Kindern mit Migrationshintergrund ohne Vorurteile zu begegnen und sie in die Gemeinschaft zu integrieren. In diesem Punkt kann ich auch eine Parallele zur Schule ziehen und Mitschülerinnen, die etwas am Rande des Geschehens stehen, versuchen, in die Klasse zu integrieren oder sie in ein Gespräch einzubinden. Für die Gesellschaft sehe ich den Sinn, Obdachlose, Migranten oder sozial Schwache nicht einfach zu ignorieren, sondern sie, zum Beispiel durch Reden, in die Gesellschaft aufnehmen und zu versuchen, sie ins Alltagsgeschehen einzubinden. Ich kann zudem eine Verbindung zu folgender Bibelstelle herstellen: „Aber Jesus sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Himmelreich.“ (Mt. 19,14). Ich finde dass diese sehr gut passt, da Jesus die Kinder genauso aufnimmt wie es die Erzieherinnen im Kindergarten tun.

Alles in allem finde ich es gut, dass die Compassion Teil der 10. Klasse unserer Schule ist. Sie schult unsere soziale Kompetenz und lässt uns Erfahrungen in neuen Bereichen sammeln.

Erfahrungsbericht von Kerstin Kroh, Klasse 10c, Schuljahr 2010/11