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Bericht der Südwestpresse Ulm vom 02.02.2011

Schülerinnen machen soziale Erfahrungen

Praktika sind in vielen Schulen gang und gäbe: Meistens dienen sie der Berufsorientierung. Ein ausdrückliches Sozialpraktikum ist etwas Ungewöhnliches - und hat am Gymnasium St. Hildegard seit 2003 einen festen Platz im Unterrichtsplan der 10. Klassen. Die Teilnahme ist freiwillig, aber alle machen mit. In den vergangenen beiden Wochen waren die Klassen 10a und 10b an der Reihe, die 10c ist es in dieser Woche. Die Mädchen hatten die Wahl zwischen verschiedenen sozialen Einrichtungen, unter anderem Behindertenheim Tannenhof, Schülerladen, Arbeitskreis ausländische Kinder, Integrationskindergarten und Altenheime. Vor- und nachbereitet werden die Einsätze im Reliunterricht.

Min Maeser hat ihr Sozialpraktikum im Tannenhof absolviert. "Es war eine tolle Woche. Ich hätte nicht gedacht, dass behinderte Menschen so herzlich und nett sind", berichtet die 15-Jährige. Auch Sarah Hofelich hat eine "sehr bereichernde Woche" im Altenheim St. Anna-Stift erlebt. "Ich habe das Leben aus einer anderen Perspektive kennen gelernt", sagt sie. Eine andere Sicht aufs Leben und soziale Realitäten hat Lamia Friedel bekommen, sie war in der Vesperkirche. "Ich habe viele Vorurteile abgebaut. Die Menschen freuen sich, wenn man mit ihnen redet." Der 15-Jährigen hat es so gut gefallen, dass sie freiwillig an den Samstagen dort weiter mithelfen wird. vs