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Compassion-Projekt der Klassen 10 und 11


Das Sozialpraktikum „Compassion", das dieses Jahr zum 11. Mal stattfindet, ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Schul- und Sozialprofils. Hierbei sollen die Schülerinnen Lebenswelten von Menschen hautnah kennenlernen, die in ihrem Alltag oftmals kaum oder nicht vorkommen. Auf diese Weise sollen sie ihr Gespür für andere Menschen und deren Lebenssituationen weiterentwickeln.

Unsere Schülerinnen besuchen (gestaffelt) von 13.-31. Januar 2014 eine Woche lang Einrichtungen für Behinderte, Kindergärten, Altenheime, die Bahnhofsmission oder andere Institutionen, um dort – außerhalb des Schulbereichs – hilfsbedürftigen Menschen nahe zu sein und vorwiegend soziales Lernen zu erfahren.

Das Projekt wird von den Religionslehrern (R. Bieg, K. Ruder-Engels, E. Schlosser, S. Schoellkopf, S. Walz-Bihler) gemeinsam mit den Klassenlehrern intensiv vor- und nachbereitet, die Schülerinnen haben während dieser Woche auch die Möglichkeit, sich mit ihren Lehrern zu treffen.

In jedem Falle wird die soziale Kompetenz der Einzelnen geschult, alle Schülerinnen erhalten am Ende der entsprechenden Zeit ein Zertifikat.

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Berichte von Schülerinnen:

Compassionswoche


Ich  verbrachte meine Compassionswoche im Wohnpark St. Franziskus Ehingen, einem Altenheim der Stiftung St. Elisabeth.
Von den fünf Tagen war ich drei Tage in der Tagespflege und  die anderen zwei Tage auf der Station  tätig.
In der Tagespflege durfte ich die Leute, die um 8 Uhr kamen und um 16 Uhr wieder nach Hause gebracht wurden, betreuen. Sie bekamen Frühstück, Mittagessen und Kaffee und Kuchen. Dazwischen gab es Aktivitäten ,  z.B. Gymnastik oder Gedächtnistraining, wie Zeitung lesen oder Quiz. Am letztenTag wurde mit den gesamten "Gästen" und manchen Altenheimbewohnern ein Käsekuchen gebacken .
Es war schön, wie sehr sich alle gefreut haben und wie enthusiastisch jeder bei der Arbeit war. Ehrlich gesagt hätte ich das nicht gedacht!
Auf der Station ging es eher ruhiger zu.  Ich half den Senioren beim Essen, sortierte Wäsche in die Zimmer der Bewohner ein und durfte das Haus mit Faschingsartikeln dekorieren.
Im Lauf der Woche lernte ich viele Leute kennen, darunter einige  mit Demenz aber auch mit anderen Krankheiten wie z.B. Schluckstörungen.
Ich war sehr gerne in diesem Altenheim, mir hat die vielfältige Arbeit mit den Leuten viel Spaß gemacht. Den Eindruck hatte ich auch von ihnen , denn ich denke dass sie nicht so oft Besuch bekommen. Mir war zwar klar, dass die meisten Senioren mich sofort nach einem Tag wieder vergaßen, aber ich wusste,  dass sie sich über jeden Besuch freuten.
Mein Bild von den Menschen in diesem Altenheim hat sich kaum verändert, da ich wusste, dass die meisten Menschen ja schließlich nichts für ihre Krankheit, wie zum Beispiel Demenz, können.
Ich persönlich finde, dass  Compassion eine gute Möglichkeit ist, interessante und auch wissenswerte Einblicke in eine soziale Einrichtung zu bekommen.

Vera Duschler, 10a

„Compassion" im „Haus Schillerhöhe"

In der Woche vom 13. bis 17. Januar 2014 haben wir, drei Schülerinnen der zehnten Klasse, in der sozialen Einrichtung „Haus Schillerhöhe" mitgearbeitet.

Schon im Voraus wurden wir auf diese Zeit in der Schule vorbereitet – wir sprachen über Erwartungen, Ängste und Unsicherheiten, klärten viele Fragen und stellten fest, dass wir mit unseren Sorgen nicht allein waren.

Am Montagmorgen wurden wir dann vom Leiter unserer Einrichtung herzlich begrüßt und bekamen eine kurze Einführung in das Haus und seine Anliegen. Dort ist man auf die Betreuung und Pflege von Menschen mit einer Demenz-Erkrankung spezialisiert.

Im Anschluss wurden wir den jeweils zehn Bewohnern der zwei Wohngruppen vorgestellt, die uns gleich überschwänglich begrüßten. Zusätzlich zu den zwei Wohngruppen bietet das Haus eine Tagespflege für bereits ältere aber dennoch „fit-gebliebene" Senioren, und so konnten wir uns gut auf die drei Stationen aufteilen. Im Laufe der fünf Tage unterstützten wir die Pfleger und Pflegerinnen sowohl in der Hauswirtschaft (beim Kochen helfen, Wäsche einsortieren...) als auch beim Beschäftigen und Animieren der Patienten. So lasen wir den Patienten kleine Geschichten und Märchen vor, gingen mit ihnen spazieren, spielten mit ihnen „Mensch-ärgere-dich-nicht" und vieles andere. Wir konnten uns mit vielen noch wunderbar unterhalten, und sie liebten es, von früher zu erzählen. Am meisten freuten sich die Senioren aber über die Musikinstrumente, die wir mitgebracht hatten. Begleitet von Gitarre, Geige und Querflöte konnten sie so fröhlich Volkslieder singen oder uns einfach zuhören.

Die Compassions-Woche war für uns eine zwar anstrengende, aber dennoch eine sehr schöne Woche. Wir haben uns über die Dankbarkeit der Menschen gefreut und es hat wirklich Spaß gemacht, mit ihnen Zeit zu verbringen. Und die Woche war auch sehr lehrreich. Wir lernten, mit dementen Personen umzugehen, und haben jetzt großen Respekt vor den Pflegerinnen und Pflegern, die wirklich Unglaubliches leisten! So gehen wir mit vielen schönen Erinnerungen und mit großem Respekt und Verständnis aus dieser Woche.

Stella Rotter, 10c

 

Eine Woche in einer anderen Welt

Ich verbrachte mit einer weiteren Klassenkameradin meine Compassions-Woche in der Demenz-Station im St.-Anna-Stift (Alten- und Pflegeheim).

Voller Neugierde und Aufregung kamen wir an unserem „neuen Arbeitsplatz" an. Unsere erste Aufgabe war, den älteren Leuten Essen einzugeben. Anfangs war es ein merkwürdiges Gefühl, eine quasi fremde Frau zu füttern, doch im Laufe der Zeit gewöhnten wir uns an die Aufgabe, die die Pflegerinnen und Pfleger hier jeden Tag zu bewältigen haben. Auch wenn die Bewohner zu vielem nicht mehr in der Lage waren, beschäftigten wir sie – so gut es ging – mit Ballspielen und kleinen Gesprächen. Und schnell war die Hürde genommen und es fiel uns immer leichter, mit ihnen umzugehen. Innerhalb kurzer Zeit waren die Pflegeheimbewohner für uns keine Fremden mehr! Wir wurden umarmt, gelobt, angestrahlt, aber es gab auch ablehnende Gesten, die man jedoch schnell wieder vergaß.

In dieser Woche sammelten wir sehr viele neue Erfahrungen und lernten vieles dazu, was den Umgang mit Menschen betrifft. Wir lernten Vorurteile hinter uns zu lassen, neuen Situationen offen gegenüberzustehen und zu vergeben. Ganz besonders aber lernten wir, dass man dankbar sein sollte für alles, was man hat, vor allem aber für die Menschen um uns herum, denn es gibt Menschen, die nur noch sich selbst haben – und die brauchen unsere Hilfe!

Jenny Wilke, 10b


Compassion im Tafelladen

Im Rahmen des Schulprojekts „Compassion" begaben sich die Schülerinnen der Klasse 10c des Gymnasiums St. Hildegard in der Woch vom 13. bis 17. Januar in verschiedene soziale Einrichtungen. Ziel dieses Projekts ist es, das Verständnis und das Engagement der Schülerinnen für Ältere, Menschen mit Handicaps oder Notleidende zu fördern. Zu diesen Einrichtungen gehörte unter zahlreichen Altenheimen, Behinderteneinrichtungen und Kindergärten in Ulm und Umgebung auch der Ulmer Tafelladen, in welchem qualitativ einwandfreie Lebensmittel zu einem vergünstigten Preis an bedürftige Menschen verkauft werden.

Zusätzlich zu diesem sozialen Engagement wurde von uns Schülerinnen erwartet, dass wir Verantwortung übernehmen und eigenständig handeln, was wir normalerweise in der Schule nicht gewohnt sind. So mussten wir uns selbst mit den Einrichtrungen in Verbindung setzen, um unsere Arbeitszeiten und den jeweiligen Tätigkeitsbereich abzuklären. Im Vorfeld wurden an einem Vorbereitungstag Fragen, Ängste und Erwartungen angesprochen und behandelt. In kleinen Gruppen wurden wir Schritt für Schritt an das neue Umfeld herangeführt. Unsere Klassenlehrer versuchten uns auf spielerische Weise Berührungsängste zu nehmen.

Im Ulmer Tafelladen waren wir in dieser Woche mit zwei Schülerinnen präsent. Zu unserem Aufgabenbereich gehörte es, zusammen mit den anderen ehrenamtlichen Mitarbeitern den Laden bis zur Öffnung um 14.00 Uhr vorzubereiten. Darunter fiel das Aussortieren schlechter Produkte am Morgen, das Annehmen gespendeter Ware der Supermärkte und Bäckereien sowie das Portionieren und Auspreisen jener Lebensmittel. Beim Umgang mit Mitarbeitern und Kunden benötigten wir nicht nur Menschenkenntnis, sondern auch Fremdsprachen wie Englisch, um uns beim Arbeiten mit nichtdeutschen Helfern zu verständigen.

Am Ende der Woche stellten wir fest, dass wir durch selbst gemachte Erfahrungen nun eine bessere Vorstellung von der Arbeit im sozialen Bereich haben Abgesehen von einem völlig anderen Arbeitsumfeld trafen wir auf Menschen mit verschiedenstem Hintergrund. Überrascht hat uns nicht nur das angenehme und offene Arbeitsklima selbst in Stresssituationen. Als bedrückend empfanden wir allerdings, dass viele einwandfreie Lebensmittel von Supermärkten aussortiert werden.

Abschließend kommen wir zu dem Ergebnis, dass die Compassionswoche ein sinnvoller Weg ist, jungen Menschen einen Einblick, wenn auch nur einen kurzen, in den sozialen Bereich mit seinen vielfältigen Aufgaben, Berufen und Problemen zu ermöglichen.

Sarah Gohlke



13.02.2014; 09:28:02 Uhr - Dieser Artikel wurde bereits 2796 mal angesehen.