.

Ausflug ins Deutsche Literaturarchiv Marbach

Nachdem wir bereits im Unterricht „Kabale und Liebe“ , ein Sturm-und-Drang-Drama von Friedrich Schiller, gelesen hatten, freuten wir uns auf unseren diesjährigen Ausflug, der uns nach Marbach am Neckar in die Geburtsstadt dieses bedeutenden deutschen Dichters führte. Am Donnerstag, den 10. Juli 2014, war es endlich soweit. Wir, die Klasse 10b, besuchten zusammen mit Frau Milinski und Herrn Lang das Literaturarchiv, über das wir zuvor im Rahmen einer interessanten GFS informiert worden waren. In der Museumsabteilung über Friedrich Schiller ist z.B. seine Bibliothek ausgestellt. Unter anderem findet sich auch hier Schillers Ausgabe von „Die Leiden des jungen Werthers“, in der er die ihm wichtigen Passagen unterstrichen hat. Diese ermöglichen dem Museumsbesucher das Buch aus Schillers Sicht zu betrachten. Ebenfalls eröffnen die ausgestellten Manuskripte neue Blickwinkel auf seine Werke. Wir erfuhren, dass eine kleine Änderung eines einzelnen Wortes große inhaltliche Folgen nach sich zieht. Aber nur durch ein Manuskript wird sichtbar, welche Änderungen vorgenommen wurden. Leider existiert das Manuskript von „Kabale und Liebe“ nicht mehr, da Schiller dieses sowie weitere nach der Fertigstellung seiner Werke verbrannte. Besonders beeindruckte uns der von Hans Magnus Enzensberger entworfenen „Poesieautomat“. Auf Knopfdruck liefert er durch einen Computer nach dem Zufallsprinzip jedem ein „persönliches“ Gedicht. Sechs Zeilen, in denen unterschiedliche Satzteile kombiniert werden, ergeben jedes Mal ein neues Gedicht mit einem anderen Inhalt. Am Ende des Museumsbesuchs bestaunten wir den Nexus, eine Sammlung von Büchern und Manuskripten unterschiedlicher Schriftsteller von 1750 bis zur Gegenwart. Erstaunlicherweise schreiben heute einige Autoren trotz des Computerzeitalters ihre Bücher nach wie vor zuerst von Hand. Die Zeit im Museum verging wegen der interessanten Ausstellungsstücke und der spannenden Führung wie im Flug.

Ein bekanntes Zitat von Friedrich Schiller besagt: „ Nicht in die ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife! Der ist dein.“ An unseren „Augenblick“ , den wir im Deutschen Literaturarchiv Marbach erlebten, werden wir noch lange gerne zurückdenken.

 

Judith Schumacher, 10b