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„Andorra“ in der Turnhalle

Andorra

Der erste Schultag im neuen Jahr hat für uns, die Schülerinnen der Klassen 9 und 10, gleich mit einem Highlight begonnen:
Die fünfköpfige Theatergruppe des Wiener Forum-Theaters führte am 7. Januar 2014 das Stück „Andorra“ von Max Frisch in der Turnhalle unseres Schulzentrums auf.

Das Werk war den meisten Schülerinnen schon bekannt, da es die diesjährige Prüfungslektüre ist. Nach einer kurzen informativen Einführung erlebten wir eine wirklich fesselnde Theateraufführung.

In dem Drama geht es um den vermeintlichen Juden Andri, den unehelichen Sohn des Lehrers Can und der „schwarzen“ Senora aus dem feindlichen Nachbarland Andorras. Can behauptet, Andri sei ein Judenkind, das er adoptiert habe, um es so vor dem Zugriff der „Schwarzen“ zu retten. Durch diese Lüge treibt er Andri in eine Außenseiterrolle. Andri selbst gelangt durch die wachsenden antijüdischen Vorurteile seiner Mitbürger immer mehr zu der Überzeugung, tatsächlich anders zu sein als alle anderen Andorraner.

Zu Andris Verzweiflung kommt außerdem ans Licht, dass Andris Verlobte Barblin in Wahrheit seine Halbschwester ist und er sie deshalb nicht heiraten kann…

 Max Frisch hat mit diesem Stück auf verständliche Weise ein Grundthema der heutigen Zeit auf die Bühne gebracht: Ausgrenzung und Diskriminierung innerhalb einer scheinbar liberalen Gesellschaft. Die Problematik von Mobbing oder Rassismus hat an Aktualität nicht verloren und beschäftigt uns auch in der heutigen Zeit immer wieder.

 Die großartige Aufführung von „Andorra“ hat uns sehr beeindruckt und für uns Schülerinnen ist es nun auch leichter, uns in das Stück hineinzuversetzen.

 Toll fanden wir auch, dass eine Wiener Theatergruppe an unserer Schule war und dass unsere Lehrerin Frau Rupp die Veranstaltung so super organisiert hat. Auch unser Rektor war begeistert. Er lobte, dass sich so viele Schülerinnen für die Aufführung interessiert hätten und meinte, dass es in jeder Gesellschaft und zu jeder Zeit „Andorraner“ und „Andris“ geben könne, wenn Menschen ihre Vorurteile nicht hinter sich lassen würden.

(Alina Becker, Simone Bühler; 10Rc)

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13.03.2014; 09:06:11 Uhr - Dieser Artikel wurde bereits 3461 mal angesehen.