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Aufregende Nachtwächterführung der Klasse 6c

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Zwei Schülerinnen berichten, wie sie die Nachtwächterführung im Dezember 2014 für ihre Klasse erlebt haben. Neben einer spannenden Verfolgungsjagd, lernten die Mädchen auch allerlei mittelalterliches Vokabular kennen…

„Strömet her Ihr Leut!“ Wir, die Klasse 6c, erzählen euch, wie es uns bei der Nachtwächterführung im Fischerviertel zu Ulm ergangen ist. Die Führung hat uns Frau Nothdurft – unser Regularienweib – eingefädelt. Außerdem ernannte der Nachtwächter Karle Linda Schwamberger zur Nachwuchswächterin, Rebecca Raiber zur Feuerlöschknechtin, Franziska Gmehlin zur Untergassenknechtin und Lisas Schneiders Papa zum Obergassenknecht. Alle wurden mit entsprechendem Gewand und Werkzeug ausgerüstet. Der Rest der Klasse stellte Bürger der Stadt Ulm dar. Und fertig war die Truppe, die dem Feurio an den Kragen ging.
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Die Zeitreise ins düstere Mittelalter begann. Die Stadt Ulm und seine Bürger waren in heller Aufregung, denn der Feurio zündete Häuser und Scheunen an. Das ließen die Bürger nicht auf sich sitzen und versuchten ihn in eine Falle zu locken. Doch problematisch war, dass wenn Feurio seine Fackel fallen lässt, er für uns unsichtbar wurde.

Wir liefen los durchs enge Gassengewirr des Fischerviertels. Dabei brauchten wir wachsame Augen, um die Wappen an den Fenstern zu sehen. Wer eins entdeckte bekam ein kräftiges Handgeklapper. Dann plötzlich entdeckten wir Feurio unter einer Brücke und rannten los. Wir konnten ihn einige Zeit verfolgen, doch dann verloren wir ihn und unsere flinke Feuerlöschknechtin aus den Augen. Als sie zurückkam, war Feurio über alle Berge.

Somit schmiedeten wir einen Plan. Karle verriet uns, dass Feurio häufig auf der Stadtmauer beim Schwörhaus gesichtet wird. Also lautete der Plan, dass wir uns in zwei Gruppen aufteilen und ihn auf der Mauer einkreisen. Wir schleichten uns an, entdeckten ihn auch, hechteten hinterher, doch er verschwand wieder so schnell wie er aufgetaucht war. Ziemlich verzweifelt und außer Atem gammelten wir vor dem Schwörhaus umher. Auf einmal schrie Rebecca: „Da ist er wieder!“ und raste in Richtung Mauer los. Der Rest natürlich hinterher und bis es der Nachtwächter und die Altweiber und Altherren (unsere Eltern) zu uns schafften, hatten wir uns schon alle auf Feurio geworfen der nur noch schrie: „Die Hildegardweiber sind die Schlimmsten!“ Unter Freudengesang über seine Festnahme wurde er am Schandpfahl angekettet.

 In dieser Nacht konnten die Bürger von Ulm beruhigt schlafen gehen und unser Nachtwächter erzählte uns noch von dem Leben im Mittelalter – von seinen Aufgaben, von Daumenschrauben, der mangelnden Hygiene und dem schweren Leben der Jungweiber.
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Beruhigt, doch ins 21. Jahrhundert zurückkehren zu können, bedankten wir uns bei Karle für diese authentische Zeitreise mit einem langen Handgeklapper.“

Ein Erlebnisbericht von Katja Braun und Laura Gaißmayer.



21.04.2015; 18:48:45 Uhr - Dieser Artikel wurde bereits 2175 mal angesehen.