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Sich auf weniges beschränken

                                         „Sich auf Weniges beschränken“

        Der Ulmer Künstler Herbert Volz gestaltet Sitzmöbel für die Kapelle der St.-Hildegard-Schule

 

Klar gestaltet sind sie und wirken bescheiden: die neuen Bänke der kleinen Kapelle neben der Aula des Schulzentrums St. Hildegard. In einer kleinen Feierstunde Ende Februar kam der Künstler Volz noch einmal persönlich vorbei, um sich auch dem Gespräch mit Schülerinnen zu stellen.

Herbert Volz, geboren 1944, bekannt durch seine Bilder und Rauminstallationen, in denen er sich mit dem bisher recht wenig beachteten Phänomen des Kantenspektrums auseinandersetzt, ist in Ulm kein Unbekannter. So gestaltete er z.B. an der Uniklinik im Jahr 1990 die gesamten Eingangsetagen der Abteilung „Innere Medizin“, eine große Skulptur befindet sich auf dem Kunstpfad der Universität Ulm, an der Adlerbastei findet sich eine Volz-Plastik und innerhalb der Stadt stehen Volz- Brunnen. Auch den Kirchenraum der Kirche St. Klara am oberen Eselsberg hat er ausgestaltet. Und außerhalb der Stadt ist er vielerorts vertreten: Eine große Plastik von ihm ziert z.B. den Eingangsbereich des Museum Ritter in Waldenbuch.

Geduldig ging Herr Volz auf die Fragen der Schülerinnen ein und erklärte viel. Er beschrieb, wie, ausgehend von den Farben Rot, Gelb, Blau und Violett, man bei der Brechung des Lichts durch ein Prisma weitere Farbnuancen erkennen kann. Aber auch Persönliches gab es preis: Zu unserer Schule habe er seit langem eine gewisse Verbindung, zwei Schwestern aus St. Hildegard kenne er durch eine weitläufige Verwandtschaft, seine Tochter hat vor Jahren hier Abitur gemacht. Auf die Frage, welche seine persönliche Lieblingsfarbe sei, antwortete er mit Walter Gropius: „bunt“ ! Künstler sei er geworden, weil man bei ihm in der Schule ein „gewisses Talent“ festgestellt habe. Zunächst lernte er Glasmaler in Rottweil und traf dort, in der Werkstatt, namhafte Künstler, die ihn beeindruckten, u.a. Otto Dix. Anschließend folgte das Studium der Malerei im Saarland, u.a. bei Professor Oskar Holweck. Nein, einfach sei das Leben des Künstlers nicht immer, vor allem, wenn man Familie habe, erläutert Volz. Aber „man muss den Beruf mit dem ganzen Herzen machen“, das sei in jedem Falle eine gute „Grundlage“.

Den kleinen Bänken in der Kapelle widmete er abschließend noch einen kritischen Blick und stellte – erfreut – erste Gebrauchsspuren fest. „Das darf so sein“, sagt er lächelnd, „das zeigt, dass das Mobiliar angenommen wird“. „Voll gemütlich“, kommentierte neulich Franziska, eine Schülerin der fünften Klasse, das „Sitzgefühl“ bei einer Morgenbesinnung. Klares Design und „Gemütlichkeit“ lassen sich also durchaus vereinen!

 

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