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In der Hitze des Gefechts: Sina lässt die Becher fliegen


Physik-Weltcup IYPT

Hoch optimistisch ging das deutsche Team um Kapitänin Sina Hartung aus der zweiten Runde im Physik-Weltcup heraus. Das Ziel für den dritten Tag war klar: Trend fortsetzen und Plätze gutmachen. Sina fiel dabei wieder eine Schlüsselrolle zu. Sie musste die verschlungene Flugbahn rotierender Plastikbecher möglichst eindrucksvoll erklären. Genau das gelan

g ihr, da sie dieses Experiment mit ihrer Teamkollegin Carina Kanitz live vor Ort durchführte. Auch wenn der Versuch nicht ganz gelang, überzeugte Sina im Vortrag umso mehr. Lediglich in den anschließenden Diskussionsrunden mit den Gegnern aus Tschechien und Australien und einem Jury-Mitglied aus Russland wurde sie etwas unsicherer. „Ich bin nicht so sehr zufrieden mit mir selbst, zumal wir den Vortrag etwas abgespeckt haben", sagt Sina. Sie ist überzeugt, dass genau auf diese nicht gezeigten Formeln der „russische Juror richtig abgefahren wäre". 5,7 Punkte waren Sina dennoch sicher, Tschechien blieb bei glatt 5 und Australien erhielt 6,2.

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Auch bei den anderen beiden Wettkämpfen konnte sich heute das Fünfer-Team gut behaupten und seine Position im Gesamtklassement festigen. Platz 10 bietet weiterhin gute Aufstiegschancen, da der Punktunterschied zum Umfeld nur sehr gering ausfällt. Bevor es wieder zur Vorbereitung für den nächsten Wettkampftag an den Schreibtisch ging, stand aber ein allererster Ausflug an. Die Schar der Jungphysiker war froh, nach drei Tagen endlich die Kette aus Hotel, Minibus, Universität durchbrechen zu können. „Nun haben wir endlich auch mal etwas vom Land gesehen", sagt Teamkollegin Carina Kanitz aus Erlangen.

Ziel der Kolonnenfahrt mit über 30 Minibussen – fast wie bei einem Staatsempfang - war die Tempelanlage Wad Ban Rai. Historische Bauten oder zumindest ein traditionelles Monument mit Pagodendächern hatten die Weltcup-Teilnehmer erwartet. Denn in dieser Region Thailands finden sich noch heute zahlreiche Zeugnisse des Khmer-Reiches von vor 800 Jahren, vergleichbar mit dem Weltkulturerbe AngkorWat im benachbarten Kambodscha. So war die Überraschung groß, schon aus der Ferne einen überdimensionalen Elefanten ausmachen zu können. Tatsächlich überragte ein steinerner Elefant, verziert mit bunten Mosaiken, einen kleinen See. „Ich war ein bisschen enttäuscht, dass es ein neuer Tempel ist", sagt Sina. „Aber mir hat der Mix zwischen Moderne und traditionellen Elementen gefallen." Hoch wie ein Mietshaus finden in dem Tempel hunderte Gläubige und neugierige Touristen Platz. Gebaut wurde er erst vor wenigen Jahren.

Bei Temperaturen von fast 40 Grad freuten sie alle Weltcup-Teilnehmer über die Seelage. Für die hiesige Religion hat die Kombination aus Tempel und Wasser eine mythische Bedeutung. Die Jungphysiker waren eher für den kühlen Luftzug dankbar, der von der Wasserseite die flirrende Luft durchwirbelte.

Auf den ersten realen Eindruck des Gastgeberlandes folgte am Abend direkt der nächste. Die Minibus-Kolonne steuerte ein typisch thailändisches Buffet-Restaurant an. Krabben, Huhn, Schwein und Fisch konnte jeder im eigenen Topf auf dem Tisch garen. Schmackhaft wurde es mit den zahlreichen Saucen. Bei nicht wenigen überwog die Skepsis, einige probierten sich tapfer durch. „Einige waren scharf, sehr scharf", sagt Ann-Kathrin Raab aus Rosenheim. „Aber es war auch wieder schön, mal ganz schlichte Pommes Frites zu bekommen", findet Teamkollege Jonas Landgraf aus Weiden. Dem konnte Dominika Stronczek aus Hamburg nur zustimmen: „So gut das Essen war, aber von Reis habe ich erstmal genug."

Nach gut fünf Stunden ganz ohne Physik ging auch dieser Ausflug zu Ende. So blieb noch Zeit genug, um am Abend an den Vorträgen für den kommenden Tag zu feilen.

Jan-Oliver Löfken



03.07.2015; 17:14:50 Uhr - Dieser Artikel wurde bereits 2263 mal angesehen.