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Freya Klier besucht St. Hildegard

                       Die ehemalige Bürgerrechtlerin der DDR, Schriftstellerin und

                 Dokumentarfilmerin spricht mit Schülerinnen der Klassen 10 und 11

 

Am 6. November 2016 wird Freya Klier in der Frankfurter Paulskirche der „Franz-Werfel-Menschenrechtspreis“ der Stiftung Zentrum gegen Vertreibung (Bonn) verliehen, und diese Auszeichnung hat sie verdient: Kliers Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen zieht sich bereits durch ihr ganzes Leben.

Und auch bei ihrem Besuch in Ulm machte sie wieder deutlich, welchen Einfluss staatliche Repression und Gewalt auf menschliche Schicksale haben können, und welche Spuren das bei den Betroffenen hinterlässt.

Sie zeigte zunächst ihren Film „Meine Oderberger Straße“, den sie zusammen mit ihrer Tochter Nadja (geboren 1973) gedreht hat. Nadja, die dort 10 Jahre lang im Haus Nr. 45 mit ihrer Mutter gelebt hat, berichtet hier mit liebevollem Blick über „ihre Oderberger“, die lange Zufluchtsort für Künstler und Andersdenkende war. Trotz Enge und DDR-Herrschaft (die Stasi überwachte ihre Familie) fühlte sie sich als Kind dort wohl und nahm die Mauer eben als Gegebenheit hin. Sie begriff das menschliche Elend, das die Trennung der Stadt über die Menschen in Berlin gebracht hatte, erst dann, als sie 1988 ganz plötzlich zusammen mit ihrer Mutter den Ostteil der Stadt verlassen und viele der Menschen, die ihr nahestanden, zurücklassen musste. „Das war, als würde ein Baum mit all seinen Wurzeln gefällt“, sagt sie, denn sie musste durch die Ausbürgerung in der Nacht entscheiden, was sie in ihre Tasche packen sollte – alles andere blieb zurück. Von da an schaute sie vom Westteil der Stadt auf „ihre Oderberger“ und verglich ständig ihr „altes“ mit dem „neuen“ Leben.

Nach dem Mauerfall zog es sie übrigens wieder in ihre alte Gegend zurück.

Freya Klier freute sich über den spontanen Applaus der Schülerinnen nach dem Film und sprach dann noch über ihr Leben. Besonders interessiert hat ein Mädchen ihr missglückter Fluchtversuch nach Schweden, dessen Schilderung einem spannenden Krimi glich. Ein junger Schwede, mit dem Klier noch heute befreundet ist, hatte ihre Flucht über Jahre vorbereitet, doch diese wurde im letzten Moment durch Stasi-Spitzel vereitelt. Für Klier bedeutete dies anschließend 16 Monate Haft.

Frau Klier vertritt als Zeitzeugin weiterhin ihr „elftes Gebot“: „Du sollst dich erinnern!“

Herzlichen Dank an Frau Klier für ihren Besuch in Ulm und an St. Hildegard!

 

mili

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