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Wie überlebe ich in der Natur? Überlebens-Tipps der Natur-AG

Der undurchdringliche Nebel zieht langsam durch das Dickicht des Waldes und die Sonne verschwindet Stück für Stück hinter dem Horizont. Ein kalter Wind kommt auf und du fröstelst. Verloren schaust du dich um, kannst aber nirgends den Weg ausmachen, auf dem du hierhergekommen bist. Panisch ziehst du dein Handy aus deiner Tasche, nur um dann festzustellen, dass der Akku leer ist. Dir wird allmählich bewusst, dass du diese Nacht wohl im Freien verbringen musst...                                                                                                                                                                      

Was wirst du tun? In diesem Augenblick erinnerst du dich wieder an den Nachmittag des 18. November, den Tag, an dem die Natur-AG stattfand. Du weißt: Das Wichtigste ist ein Unterschlupf, doch deine Erinnerungen daran schwinden (wird aufgrund der starken Regenfälle im Frühjahr nachgeholt). Doch sogleich fällt dir auch schon das zweitwichtigste Survival- Element ein: Das Feuer. Da du aber weder Streichhölzer noch ein Feuerzeug dabei hast und du bereits aus früheren Versuchen weißt, dass das Reiben von Holz auf Holz nicht immer das gewünschte Ergebnis erzielt und es dazuhin viel zu kräftezehrend ist, versuchst du anderweitig ein Feuer zu entfachen. In deinen Taschen findest du noch zwei Steine, einen Feuerstein und einen Markasit. Diese müssen seit der letzten Natur-AG dort gewesen sein. Du schlägst sie aneinander, doch nichts passiert. Wieder und wieder versuchst du es - doch nichts, der Funke will einfach nicht überspringen. Als du die Hoffnung schon fast aufgegeben hast, erinnerst du dich wieder daran, was Herr Herre dir über das Feuermachen in der Steinzeit erzählt hat: Was man vor allem anderen benötigt, ist Zeit und Geduld! Schließlich schaffst du es und zwei Funken springen von den Steinen auf die nassen Blätter- und verlöschen dort. Zwar bist du außer dir vor Freude, es endlich geschafft zu haben, und dass du nicht mehr frieren musst. Doch als dein Blick auf die Blätter vor dir fällt, beginnst du zu zweifeln und dir wird klar, dass es unmöglich ist, im November mitten im Wald etwas zu finden, das trocken genug ist, um ein Feuer zu entfachen. Gerade noch rechtzeitig kannst du dich davon abhalten, auf der Suche nach Zündmaterial, planlos im Wald umherzuirren. Du zerbrichst dir den Kopf darüber, wie du aus dieser schon fast ausweglosen Situation entkommen kannst, als den Blick schließlich auf einen toten Baum fällt, der nicht weit von dir entfernt im Unterholz liegt. Du stürzt darauf zu und findest tatsächlich, als du den Baum herumrollst, etwas vertrocknetes Gras und morsches Holz, das noch nicht vom Regen der letzten Tage durchnässt ist. Jäh flammt Hoffnung in dir auf. Erneut nimmst du deine Steine zur Hand und schlägst sie aneinander. Wieder springen Funken und diesmal landen sie auf dem trockenen Material, das du bereitgelegt hast. Die Funken entzünden eine Glut und du atmest auf. Doch so weit  waren du und deine Gefährten am Freitag in der Natur-AG auch schon. Erst jetzt wird es wirklich schwierig, denn aus der Glut muss noch eine Flamme werden. Daran seid ihr das letzte Mal gescheitert. Doch nun setzt du alles dran eine Flamme zu entfachen und pustest vorsichtig in das Gras mit dem darunterliegenden Holz. Endlich, als du ein dünnes Hölzchen in die rot glühende Glut hältst, lodert eine kleine flackernde Flamme auf und das Hölzchen brennt. Wenig später setzt du dich mit Stolz neben das von dir entfachte Feuer, das inzwischen enorm an Größe zugenommen hat, freust dich über die Wärme, die es dir spendet, schaust hinauf zum Himmel, der mit zahlreichen Sternen bedeckt ist, und fängst an zu grübeln . Wie konnte es nur so weit kommen, dass du dich ohne Kompass im Wald verirrt hast? Deine Gedanken schweifen ab und in diesem Moment wünschst du dir nichts sehnlicher als über einen so erstaunlichen Orientierungssinn zu verfügen wie die Zugvögel ihn haben, der ihnen sogar erlaubt, einmal von der Arktis zur Antarktis und wieder zurück zu fliegen.  Obwohl eigentlich noch kein Schnee liegt und dich dein Feuer, neben dem zu sitzt, dich wärmt, bist du dir fast sicher, dass die Temperatur mittlerweile fast unter den Nullpunkt gesunken sein muss. Das erinnert dich an ein weiteres Thema, das ihr bei der Natur-AG besprochen habt: Ötzi. Dieser lag mehrere tausend Jahre im Gletschereis verborgen, bis er von zwei Wanderern entdeckt wurde. Schon damals rankten sich unzählige Theorien und Gedankenspiele um den Steinzeitmenschen  aus dem Eis, die bis heute nicht verstummt sind. Die Forscher sind sich, nach über zwanzig Jahren, immer noch nicht einig darüber, was damals wirklich passiert ist, und somit bekamen auch wir einmal die Chance darüber zu spekulieren, wie Ötzi den Tod gefunden hat. Daraus entwickelte sich schon nach kurzer Zeit ein sehr lebhafter Krimi, der aber bald wieder unterbrochen wurde ,bevor er endgültig eskalieren würde. Durch deine langsam aufkommende Müdigkeit wirst du aus deinen Gedanken gerissen und du siehst ein, dass es allmählich an der Zeit wäre sich schlafen zu legen. Somit kuschelst du sich zusammen und schläfst kurz darauf ein.                                          

Das Zwitschern einer einsamen Blaumeise weckt dich aus deinen Träumen, du streckst deine steifen Glieder und schaust dich um. Du brauchst eine Zeitlang, um dich wieder zu erinnern, was gestern passiert ist und wie du hierher gekommen bist. Es dämmert bereits und die Sonne steigt langsam auf, um einen neuen, vielversprechenden Tag einzuläuten. Du stehst auf und löschst die Glut endgültig aus. Noch ein letztes Mal drehst du dich um, bevor du dich auf die Suche nach dem Rückweg machst.

 

               Leonie Marzel, 10b ,und Franziska Eberle, JS1

 

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