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„Es ist viel schwieriger an den Südpol zu kommen,…“

2018_01_18_messner2„… als auf den Mount Everest zu steigen.“ Die Medien-AG interviewte am 12.1.2018  Reinhold Messner, den größten Bergsteiger der heutigen Zeit. Vor seinem Vortrag im CCU trafen Rebecca (Klasse 8) und Ema, Victoria, Fiona (aus Klasse 4) ihn. Sie konnten ihn zu seinen Touren und zum Thema Angst befragen. Ebenso bekamen sie Tipps von ihm zum Bergsteigen. Das Interview können Sie hier nachhören.

 

Interview zum Nachhören.

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Ema berichtet:

Am Freitag den 12.1.2018 hatten vier Kinder aus der Medien AG ein Interview mit Reinhold Messner dem Berühmtesten Bergsteiger der Welt: Rebecca aus Kl.8,Fiona aus Kl.4,Viktoria aus Kl.4und Ema aus Kl.4.

Danach haben wir ihn gefragt: Ob er ein Glücksbringer hat? Er hat gesagt: Nein, seine Kette die er immer an hat ist kein Glücksbringer, sondern eine Erinnerung an Tibet. Er war sehr nett aber auch ein bisschen brummelig. Er hatte nicht

viel Zeit. Trotzendem ist das Interview mit Herrn Messner sehr gut geworden.Man kann das Interview auch auf der Internetseite www.st-hildegard.de nachhören und nachlesen.

 von Ema aus Kl.4

 

Kurzfassung Interview mit Herrn Messner 12.1.2018

Victoria: Herr Messner, Sie haben schon so viele Berge bestiegen, welches sind Ihre Lieblingsberge?
Herr Messner:
Meine Lieblingsberge sind die Dolomiten in Südtirol, wo ich aufgewachsen bin.

Ema: Wovor hatten Sie am meisten Angst beim Bergsteigen?
Herr Messner:
Das hängt von der Art des Bergsteigens ab. Beim schwierigen Bergklettern hat man die Angst, nicht herunterzufallen. Bei den hohen Bergen sind es andere Faktoren, die im Vorfeld Ängste machen können: Das schlechte Wetter, die Kälte, die Länge der Tour, die Möglichkeit auf Grund des Sauerstoffmangels krank zu werden.

Victoria: Wie gehen Sie mit der Angst um?
Herr Messner:
Ich beschäftige mich im Vorfeld sehr lange mit den Sachen, die ich vorhabe. Ich versuche, mich in den Feldern, aus denen Ängste kommen, besser vorzubereiten. So werden die Ängste weniger. Null werden sie nie.

Ema: Haben Sie einen Glücksbringer?
Herr Messner:
Nein, ich habe keinen Glücksbringer. Das, was ich hier am Halse trage, ist ein tibetisches Schmuckstück. Ich trage es aus Sympathie für die Tibeter.

Fiona: Sie haben den Ötzi gesehen. Was haben Sie gedacht?
Herr Messner:
Als ich ihn das erste Mal sah, habe ich gedacht, dass es ein sehr alter, archäologischer Fund ist, also kein Bergsteiger. Er war allerdings tatsächlich ein Bergsteiger, der vor 5000 Jahren hinaufging bis an den Gletscherrand. Der Ötzi erzählt uns heute vom Menschen, wie er vor mehr als 5000 Jahren in den Alpen gelebt und überlebt hat.

Fiona: Haben Sie den Yeti gefunden?
Herr Messner:
Also den Yeti kann man nicht finden. Die Yeti-Geschichte, die man so erzählt, ist eine Legende. Diese Legende hat in der Tierwelt eine Entsprechung. Da ist die Geschichte rausgenommen worden. Diese Entsprechung ist ein Bär.

Rebecca: Was hat Sie dazu bewegt, die höchsten Punkte unserer Erde zu besteigen?
Herr Messner:
Mit 25 Jahren war ich ein sehr guter Kletterer. Ich bin ein Leben lang in die Berge gegangen. In der Mitte des Lebens kam dann der Wunsch, die höchsten Berge zu besteigen. Früher hat man die Berge erobern wollen und als Erster oben stehen wollen. Dafür kam ich zu spät. Wir haben dann die schwierigsten Wände an diesen Bergen bestiegen.

Rebecca: Sie haben schon in Ihrem Buch erwähnt, dass Sie den Alpinismus nicht als Sport sehen. Wie definieren Sie den Alpinismus und wie Sport?
Messner:
Sport ist für mich eine Tätigkeit, die messbar ist, in der Wettkämpfe und Rekorde stattfinden. Das spielt beim traditionellen Bergsteigen keine Rolle. Beim Klettern in der Halle – auch beim Olympia, was es bald geben wird – ist es natürlich auch ein Sport. Der Alpinismus ist eine geistige Auseinandersetzung, die auch eine körperliche Dimension hat, zwischen dem Berg und dem Menschen.

Rebecca: Sie sind ja schon in Bereiche der Natur gekommen, in denen nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Haben Sie da schon mal so etwas wie Selbstkritik gehabt?
Herr Messner:
Wenn ich klettere, ist es mir wichtig, dass ich die Bereiche so zurücklasse, wie ich sie vorgefunden habe. Heute darf man im Grunde nicht mehr sagen, dass es einen Platz auf dieser Erde gibt, den der Mensch noch nicht in Besitz genommen hat. Allein über den Satelliten kann ich jeden Punkt der Erde erfassen. Leider. Dies gab es noch vor hundert Jahren.

Rebecca: Jetzt zu Ihren Durchquerungen: Wie kamen Sie auf die Idee, nicht mehr in die Höhe zu gehen, sondern eher in die Horizontale?
Herr Messner:
Nachdem ich alle Achttausender bestiegen hatte, war ich noch zu jung, um in Rente zu gehen. Und deshalb wollte ich die anderen wilden Gegenden dieser Erde aufsuchen z.B. den Südpol, den Nordpol, Grönland… Es ist viel schwieriger an den Südpol zu kommen, als auf den Mount Everest zu steigen.

Ema: Was haben Sie im Rucksack beim Bergsteigen?
Herr Messner:
Das hängt ganz davon ab, was ich tue. Wenn ich nur einen Tag Klettern gehe, brauche ich gar nichts, vielleicht ein paar Klettergeräte, ein Seil und ein paar Haken. Wenn ich natürlich eine Woche unterwegs bin, muss ich einen Kocher mitnehmen, um Schneeschmelzen zu können und auch etwas zum Essen.

Victoria: Wenn wir eine Bergtour machen, was dürfen wir nicht vergessen, in den Rucksack einzupacken?
Herr Messner:
Bei einer normalen Bergtour ohne Kletterei braucht man eine Jacke für schlechtes Wetter, ordentliches Schuhwerk und ein Vesper. Je weniger man mitnimmt, umso weniger muss man tragen. Aber viel wichtiger, als das, was im Rucksack ist, ist das, was im Kopf ist. Man sollte sich mit diesen Fragen vorbereiten: Was erwartet mich? Wo komme ich hin? Wie lange dauert das? Wie schwierig ist es? Schaffe ich es auch wieder am gleichen Tag zurück?

Ema: Wollten Sie mal in den Blautopf tauchen?
Herr Messner:
Nein, ich bin keine Wasserratte, ich kann nicht schwimmen.

 

Bilder: Eberle
Text: wa

 

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19.06.2018; 09:09:45 Uhr - Dieser Artikel wurde bereits 1444 mal angesehen.