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Freya Klier besucht St. Hildegard

Die ehemalige Bürgerrechtlerin der DDR, Schriftstellerin und Dokumentarfilmerin spricht mit Schülerinnen der Klassen 10 und 11

Freya Klier besuchte am 18. November 2017 wieder einmal das Gymnasium St. Hildegard. Sie sprach vor Schülerinnen der Klassen zehn und elf und stellte dieses Mal ihren neuen Film „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ vor.
Doch zunächst berichtete Klier aus ihrer Zeit in der DDR, die geprägt war von den Mechanismen der Diktatur. So wurde Klier zusammen mit ihrem Bruder schon als dreijähriges Mädchen ins Kinderheim gesteckt, wo sie Schlimmes erlebte, später geriet sie aufgrund ihrer humanitären Haltung schnell ins Visier der Stasi.
Ihr „elftes Gebot“ lautet daher: „Du sollst dich erinnern!“, und die Beschäftigung mit der ehemaligen DDR ist ihr weiterhin ein Anliegen.
Nun hat Klier zusammen mit ihrer Tochter Nadja einen Film gedreht, der sich mit der Situation der arbeitenden Frauen in der DDR beschäftigt.
Als nach 1989 das Leben im „anderen Teil Deutschlands“ beurteilt wurde, sah man die dortige Gleichberechtigung der Frau häufig als Musterbeispiel gelungener Politik.
Aber wie sah die Realität aus? Im Film berichtet Kliers Tochter Nadja, geboren 1973, dass in der DDR ab 1972 angeblich Gleichberechtigung herrschte, 70 Prozent aller Frauen waren berufstätig.  Und im Arbeitsleben gab es für die Frauen durchaus Vorteile, der Zusammenhalt im Betrieb war meist enorm. Aber all das forderte seinen Tribut: Die Kinder, die man von den Frauen erwartete, wurden häufig bereits in ihren ersten Lebenstagen in Krippen gegeben, dort sollten sie schnell zu „sozialistischen Menschen“ erzogen werden. Zahlreiche Frauen kamen mit all der Belastung in Arbeit und Familie nicht zurecht, man weiß heute z.B., dass es in der DDR 1,5 Millionen Abtreibungen gab. Und in Führungspositionen war letztlich keine Frau zu finden....
Nach dem Film stellte sich Klier noch den Fragen der Schülerinnen. „Seid dankbar, dass ihr in einem so wunderbaren freien Land aufwachsen dürft, und benutzt euren Verstand!“, riet Freya Klier den Mädchen abschließend.
Wir danken ihr sehr für ihren Besuch und das „aufrüttelnde“ Gespräch!

 

mili

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10.11.2017; 11:08:34 Uhr - Dieser Artikel wurde bereits 639 mal angesehen.