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Achterbahn-Fahrt


Sina ist als Kapitänin gefordert

War´s das Obst oder doch der Salat? Die Suche nach den Ursachen war Ann-Kathrin Raab aus Rosenheim und zwei der Betreuer des deutschen Teams am Montag morgen völlig egal. Entsprechend schwankte die Stimmung auf dem Weg zum 2. Physik-Weltcuptag mit gleich zwei Wettkämpfen zwischen Aufregung und Zweifel. Ohne Ann-Kathrin ging es zur Uni. Am Vormittag stand die 2. Runde gegen einen der Favoriten, Singapur, und Österreich auf dem Programm. Kurz vor Beginn stieß Ann-Kathrin doch noch unter Mühe dazu. Ein Einsatz, für den das gesamte Team im Laufe des Tages noch sehr dankbar sein sollte.

So ermutigt glänzte die Hamburgerin Dominika Stronczek beim ersten Wettkampf gegen Singapur und Österreich. Dominika schaffte es, die Wissenslücken bei beiden Gegner offen zu legen. Belohnung war die höchste Bewertung der Jury. Im zweiten Teil dieser Wettkampfrunde hielt die Erlangerin Carina Kanitz dem Gewitter der Singapurianer von Simulationen und idealisierten Versuchsreihen wacker stand und kritisierte am singapurianischen Team, dass die wichtigen Inhalte trotz der Masse der Präsentation einfach auf der Strecke blieben. Und genau diesem Kritikpunkt folgten auch Teile der Jury.

Im dritten Teil der zweiten Runde fanden die Herausforderer aus Österreich mit einem Halbleitereffekt aus dem 20. Jahrhundert eine Lücke im Repertoire des deutschen Teams. Allein Sina Hartung war mit diesem Phänomen vertraut. Trotz ihres klaren und stringenten Vortrags konnte sie jedoch die Jury nicht vollends überzeugen. Damit zogen Singapur und Österreich in der Gesamtwertung dieser Runde am deutschen Team vorbei, was damit im Gesamtklassement nach dem zweiten Fight von Rang 7 auf Rang 12 abrutschte.

„Nun mussten wir schauen, dass das Team zusammenhält", sagt Sina in ihrer Funktion als Kapitänin. Gleich nach dem Mittagessen sollten die Gegner der dritten Wettkampfrunde, USA und Korea, jedoch merken, was es bedeuten kann, Kraft aus einer Niederlage zu schöpfen: Jonas Landgraf aus Weiden beherrschte sein Thema wie aus dem Effeff. Fast alle Fragen parierte er ordentlich. Die Gesamtwertung reichte jedoch noch nicht um an den USA und Korea vorbei zu ziehen. Die Chance auf den Titel schien damit in weite Ferne zu rücken. Doch das Blatt wendete sich schneller als gedacht. Ann-Kathrin, die sich morgens noch mühsam in die Wettkampfarena schleppte, avancierte zum Joker des Tages. Souverän fand sie mehr Kritikpunkte als die eigentlich als Opposition agierenden Amerikaner. Das Resultat: Deutschland fast gleichauf mit Korea und deutlich vor den USA .

Für das Team kam diese geglückte Aufholjagd wie gerufen. Und dieser neu entflammte Teamgeist, gekoppelt mit Fachkenntnis und Hartnäckigkeit sollte belohnt werden. Die Amerikaner waren nun fast zu bedauern. Nicht nur Ann-Kathrin war nach diesem Erfolg ein anderer Mensch als noch am Morgen. Das ganze Team lebte auf, lachte, diskutierte noch lebhaft mit Juroren und freute sich aufs Abendessen, auch die Drei, die es in der Nacht zuvor böse erwischt hatte. So kann das Team am Dienstag gestärkt, komplett und ein gutes Stück erfahrener in die vierte von fünf Vorrunden starten.



01.07.2015; 07:22:49 Uhr - Dieser Artikel wurde bereits 1738 mal angesehen.